Allgemeines

Die Kirmesgesellschaft 2014Die Feier der Kirmes hat sich aus der Kirchweih, also dem Jahrestag der Einweihung der Kirchen in den jeweiligen Rhöner Ortschaften entwickelt. Auch in der Vergangenheit wurde die Kirmes ausgelassen und mit Musik und Tanz gefeiert. Nun werden Sie fragen: Kirmes ist doch immer Anfang November, demnach wurden immer alle Kirchen Anfang November eingeweiht, oder wie?

Nun, das kam so: Durch die vielen kleinen Ortschaften im Rhöner Land war immer irgendwo eine Kirmes. Dem Fuldaer Bischof missfiel, dass seine Katholiken an jedem Wochenende an einer anderen Kirmes gefeiert und ges... hatten. Er legte daher fest, dass Kirmes nur am Sonntag nach Allerseelen gefeiert werden durfte. Auf diese Weise konnten seine Schäfchen nur noch einmal im Jahr die Kirmes besuchen. Diese Regel wurde allerdings im Laufe der Zeit nicht mehr ganz so ernst genommen und Kirmes ist in vielen Ortschaften schon etwas früher.

Satzung

Unterm Kirmesbaum
Zur Kirmes gehört auch das Trinken aus der Bornlepp

In der Regel wird die Kirmesgesellschaft von einem Plozknecht angeführt. Nicht so in Friesenhausen - wir haben einen Plohkönig. Die Bezeichnung kommt wohl von Ploh-Ploaz-Platz. Wer es besser weiß, möge es uns bitte mitteilen. In der Kirmessatzung ist auch festgelegt, dass jemand nicht zweimal König sein kann. Natürlich muss er, wie alle Kirmestänzer/innen noch ledig sein. An der Kirmes dürfen alle teilnehmen, die Spaß an der Geselligkeit haben, und bereit sind viele Stunden für die Kirmes zu opfern. Natürlich müssen sie sich mit Friesenhausen und den Friesenhäusern verbunden fühlen.

Nicht dass Sie jetzt denken, es gibt irgendwo ein Werk mit vielen Seiten und Regeln, dass sich Kirmessatzung nennt. Weit gefehlt: Die Kirmessatzung sind die ungeschriebenen und überlieferten Regeln, die in jedem Jahr wieder neu interpretiert und gelegentlich auch geringfügig verändert werden.

Wir feiern unsere Kirmes als lebendige Tradition!

Der Ablauf

BändertanzDie Kirmessaison beginnt mit der ersten Probe. Diese wird in der Regel Ende August vom bis dahin amtierenden Plohkönig einberufen. Zu dieser Probe können alle kommen, die mittanzen wollen. In dieser Probe wird der Plohkönig gewählt. 

Die Proben dienen (zumindest offiziell) in erster Linie dazu, dass jede Kirmestänzerin und jeder Kirmestänzer das Tanzen lernt, was in Friesenhausen durch den Bändertanz nicht ganz ohne ist. :-) Der zweite Teil ist der gesellige Teil. Hier wird gesungen, gejuchzt und das eine oder andere Bier aus der Bornlepp getrunken. Ab da bestimmt der Plohkönig (in Abstimmung mit allen anderen) den weiteren Verlauf der Vorbereitungen. Es finden nun wöchendlich zwei Proben im Bürgerhaus statt. In diesen Proben wird natürlich das Tanzen geübt. Besonders der Bändertanz erfordert viel Übung und Konzentration. Im zweiten, und wohl auch wichtigeren Teil der Proben wird gesungen, gejuchzt und es werden die vielen Sprüche geübt. Während dieser Zeit wächst die Kirmesgesellschaft immer mehr zusammen.

Da auch die Ortschaften in der Umgebung Kirmes feiern, finden gegenseitige Besuche während den Proben statt. Diese Besuche dienen dazu, die anderen Kirmesgesellschaften zur eigenen Kirmes einzuladen. In Friesenhausen fanden die Einmärsche der anderen Gesellschaften in der Regel zur Nachkirmes statt, weil das Bürgerhaus zu klein war. Das hat sich zum Glück geändert - in Friesenhausen steht für die Kirmes jetzt der große Saal des erweiterten Bürgerhauses zur Verfügung.